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Entgelttransparenz nicht nur als Pflicht, sondern als Chance für HR

Die Entgelttransparenz-Richtlinie ist ein verbindlicher Impuls für Veränderungen. Für das Personalwesen kann sie jedoch auch eine Chance darstellen: eine Chance für mehr Vertrauen, Talentbindung und effizientere Lohnkosten. Was sagen die Daten über den tschechischen Arbeitsmarkt? Die umzusetzende Entgelttransparenz-Richtlinie ist ein verpflichtender Impuls für Veränderungen. Sie wird ins tschechische Recht umgesetzt werden und es ist erforderlich, sich rechtzeitig auf sie vorzubereiten. Sie ist Pflicht, kann jedoch auch als Chance für den Bereich HR begriffen werden. Sie ist ein Instrument, mit dem eine gesetzliche Verpflichtung in ein System übertragen werden kann, das nicht nur Risiken reduziert, sondern auch Vertrauen, Transparenz und Leistungsfähigkeit von Unternehmen stärkt.


Was zeigen die Daten über den tschechischen Markt?

Eine faire Entgeltpolitik gehört in Tschechien zu den Schlüsselfaktoren für die Talentbindung. Darauf weisen drei Signale hin: Erstens betrachten viele Arbeitnehmer die Höhe ihres Gehalts als einen der Hauptfaktoren ihrer Arbeitszufriedenheit. Erfahren diese Mitarbeiter durch Entgelttransparenz von unbegründeten Entgeltunterschieden, ist ihre Loyalität gefährdet. Entgelttransparenz ist in diesem Sinne eine effektive Maßnahme gegen Fluktuation und Risiken. Zweitens machen Überstundenzuschläge oder andere Vergütungsbestandteile bei vielen Arbeitnehmern einen wesentlichen Anteil ihres Arbeitsentgelts aus. Das kann den Gehaltsvergleich erschweren und das tatsächliche Grundgehalt verschleiern. Drittens nehmen Arbeitnehmer nicht nur die Höhe einer Gehaltserhöhung sensibel wahr, sondern vor allem deren faire Begründung. In einem transparenten Umfeld, in dem die Vergütungsregeln offener sind, sind kosmetische Gehaltsanpassungen oft nicht mehr ausreichend.


Drei Säulen der Vorbereitung: Recruiting, Bewertung, System

Die Vorbereitung sollte in drei Etappen erfolgen. Die erste Säule ist das Recruiting. Die Entgelttransparenz-Richtlinie verbietet Fragen nach dem bisherigen Gehalt, was entscheidend ist, um historische Gehaltsunterschiede aufzubrechen. Bewerber sollen Informationen über das Einstiegsgehalt oder dessen Bandbreite erhalten – idealerweise bereits in der Stellenausschreibung oder spätestens vor dem Vorstellungsgespräch. Auch wenn über die genaue Art der Umsetzung der Entgelttransparenz-Richtlinie noch entschieden werden wird, wird die Veröffentlichung von Gehaltsbandbreiten in Anzeigen voraussichtlich zum faktischen Standard werden.

Die zweite Säule ist die Bewertung, an der sich die interne Fairness entscheidet. Es muss klar definiert sein, was als gleiche Arbeit gilt. Diese wird nach vier wichtigen Kriterien beurteilt: Fähigkeiten, Anstrengung, Verantwortung und Arbeitsbedingungen. Vergütungskriterien müssen schriftlich festgelegt werden, Führungskräfte sind kontinuierlich über eine objektive Leistungsbeurteilung zu schulen. Nicht begründete Subjektivität ist nämlich der größte Gegner der Fairness.

Als dritte Säule gelten System und Kontrolle. Es ist sinnvoll, regelmäßige Gehaltsprüfungen vorzunehmen und eine transparente Methode einzuführen. Arbeitnehmer haben Anspruch auf Informationen über das durchschnittliche Vergütungsniveau anderer Arbeitnehmer, die gleiche oder gleichwertige Arbeit leisten. Bestehen Entgeltunterschiede, müssen sie objektiv begründbar sein – oder gezielt abgebaut werden.


Flexibilität als Instrument der Gleichstellung

Gleichstellung betrifft nicht nur die Lohn- und Gehaltsabrechnung, sondern auch gleiche Chancen. Geringe Flexibilität ist eine Form indirekter Diskriminierung, die Talente kostet. In der Tschechischen Republik sind ca. 9 % der Arbeitnehmer als Teilzeitkräfte tätig, während es in Europa 20 % oder mehr sind. Dieses Ungleichgewicht schafft eine Barriere für eine große Gruppe von Arbeitnehmern – insbesondere für Frauen nach der Elternzeit und für ältere Arbeitnehmer. Damit verlieren Gesellschaften erfahrene Mitarbeiter. Für die Bindung von älteren Arbeitnehmern und deren Erfahrungen sind reduzierte Arbeitszeiten oder flexible Arbeitszeitmodelle entscheidend. Flexibilität sollte daher als strategisches Instrument für Recruiting und Retention verstanden werden.


Was Ihnen die Entgelttransparenz bringt

Eine gut gemanagte Entgelttransparenz bietet drei Vorteile. Der erste ist eine sichere Compliance: Nach der Umsetzung der Entgelttransparenz werden neue Pflichten durchsetzbar sein, die Kosten für Prüfungen und interne Methoden sind als Investitionen in den rechtlichen und finanziellen Schutz Ihrer Gesellschaft zu betrachten. Der zweite Vorteil ist das Employer Branding - der Aufbau eines Rufes als fairer und moderner Arbeitgeber, der Talente anzieht und zu halten versteht. Der dritte Vorteil ist das Engagement. Das Gefühl von Fairness stärkt Vertrauen, reduziert Frustration und steigert nachweislich Leistung und Loyalität von Mitarbeitern.


Methodische Unterstützung und Unternehmensgruppen

Die Entgelttransparenz-Richtlinie verpflichtet den Staat, Arbeitgeber bei ihrer Umsetzung zu unterstützen. Es ist zu erwarten, dass das Ministerium für Arbeit und Soziales der Tschechischen Republik methodische Empfehlungen zur Auslegung der wichtigsten Themen der Entgelttransparenz veröffentlicht. Arbeitgeber werden somit nicht allein auf den reinen Gesetzestext angewiesen sein. Offen bleibt die Berichtspflicht von Unternehmensgruppen. Zu einer Berichterstattung ist stets die jeweilige juristische Person verpflichtet - die konkrete tschechische Gesellschaft. Ob die Kriterien für eine einzelne Gesellschaft oder für mehrere tschechische Gesellschaften innerhalb der Unternehmensgruppen beurteilt werden, hängt von der nationalen Umsetzung der Entgelttransparenz-Richtlinie ab. Sollte dies nicht ausdrücklich geregelt werden, ist es wahrscheinlich, dass jede Gesellschaft für sich berichtspflichtig sein wird.


Schlussfolgerungen

Entgelttransparenz ist nicht mehr eine Option, sondern ein Weg einer modernen Geschäftsleitung. Wer frühzeitig mit einer systematischen Prüfung der Vergütungspolitik beginnt, bewältigt den Übergang mit geringerem Risiko und weniger internem Chaos. 

Kontakt

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Alena Spilková

Unternehmensberaterin (Tschechien)

Associate Partner

+420 236 163 111

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